Kongoreise 2011 — Tagebuch Teil 6

Das Krankenhaus in Ngeba, der botanische Garten mit Mini-Zoo in Kisantu

24.08.2011

Für heute haben wir netterweise den weißen Nissan des Onkels geliehen bekommen. Wir möchten unbedingt zu dem Krankenhaus nach Ngeba und können uns die Fahrt nur mit diesem Auto vorstellen. Vor drei Jahren war unsere Rückfahrt „etwas“ schwierig, das Auto damals wollte irgendwann gar nicht mehr und wir standen mitten in der Nacht in irgendeinem Dorf und irgendwelche netten Anwohner versuchten irgendwie, das Auto wieder ans Laufen zu bekommen. Irgendwie hatte es für einige Kilometer geklappt, aber letztendlich mussten wir einen Mechaniker von Kinshasa kommen lassen, wurden abgeschleppt und kamen mitten in der Nacht todmüde nach Hause.
Also – dieses Mal ein verlässliches Auto und wir fahren mit Papa Mandina tatsächlich problemlos die 120 km hin und zurück. Fast problemlos, denn in Ngeba ist auf der einzigen „Straße“ zum Krankenhaus gerade Markt.

Der Marktleiter „schaufelt“ uns den Weg frei und nach einer Viertelstunde sind wir am Krankenhaus. Der Arzt – tatsächlich derselbe wie vor drei Jahren – ist begeistert und zeigt uns alles.
Willy stellt sich als Patient zur Verfügung, der Generator wird angeworfen und wir sehen tatsächlich in Ngeba Ultraschallbilder von Willys Niere, Blase und Milz. Nicht alle Funktionen des Gerätes beherrscht er, aber er versichert uns, dass das Ultraschallgerät der Gemeinde sehr hilft. Der Arzt führt uns auch in den anderen Gebäuden herum und natürlich lassen wir uns die Neugeborenen nicht entgehen.



Auf dem Krankenhausdach gibt es nun Solarpanels für einen Kühlschrank mit Blutkonserven, vom Staat finanziert. Der ganze Komplex macht heute einen saubereren Eindruck als vor drei Jahren.
Justin ist froh, als wir weiterfahren. Er hatte sich ins Auto verzogen, um den vielen neugierigen Blicken zu entkommen. Das hilft allerdings nicht viel, die Kinder drücken sich die Nase an den Fensterscheiben des Wagens platt. „Mundele“ (Weiße) sind hier rar, Mundele-Kinder hat kaum ein Kind gesehen.

Der Rückweg führt uns über den „Jardin Botanique de Kisantu“ (www.kisantu.net), einen gepflegten botanischen Garten mit riesigen Urwaldbäumen und tausenden heimischen und importierten Pflanzen. Der Garten wurde vor 120 Jahren von einem Belgier angelegt. Drei Tiere „bereichern“(???) die Anlage: ein Krokodil, eine Anakonda und ein bedauernswerter Pavian in einem circa 10 qm großen Affenhaus.

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