Die „Sapeurs“

Nicht einfach nur Dandy, sondern Protest und Flucht aus dem alltäglichen Leben. Oder der Genuss an Stil und Geschmack. Einfach ein „Sapeur“!

Das Wort „Sapeur“ ist von SAPE (Société des Ambianceurs et Personnes Elégantes) abgeleitet.
Eigentlich ist ein Sapeur ein Soldat, ein Angehöriger einer Pionier-Einheit, (Fumer comme un sapeur = Rauchen wie ein Schlot). Das französische Wort „saper“ bedeutet „untergraben“ aber „se saper“ auch „sich in Schale werfen“. Es ist also ein Wort mit dreifachem Boden!
Sapeurs gibt es heute besonders in Kongo Brazzaville. Aber auch in der DR Kongo findet man sie – vielleicht nicht als „Kunstform“ wie in Brazzaville. Ursprünglich stammt die Bewegung aus der DR Kongo.

Papa Wemba, einer der bekanntesten Musiker aus der DR Kongo, hatte als „Pape de la Sape“ gegen Mobutus Aufruf und Zwang zum alten Kleidungsstil mit provozierender westlicher Kleidung Zeichen gesetzt.


Mobutu

Papa Wemba

Er nahm den Kleidungsstil der aus Europa zurückkehrenden Studenten auf und führte den Stil zum schrillen Aufstand. Von Kinshasa ging die Bewegung nach Brazzaville, wo es zum Lebensstil wurde. Trotz oft bitterer Armut kleiden sich die „Sapeurs“ vornehmlich mit italienischen und französischen Marken. Sie schaffen lebende Kunstwerke in den Slums des Kongo. Man bettelt, leiht und stiehlt, um dabei zu sein. Sie sind in der täglichen Armut etwas Besonderes, treffen sich und lassen sich zu Festen und Veranstaltungen mieten.
Sie sehen sich als Widerständler und gewaltlose Aktivisten – als Gegensatz zu Soldaten und Milizen. „Last die Waffen fallen, arbeitet und kleidet Euch“, war und ist ihr Credo. Sie sind eine wahre Illusion des Kongo.

Während die „Sapeurs“ in Brazzaville sich noch an die „drei Farben Regel“ halten – kombiniere nie mehr als drei Farben – sind in Kinshasa alle Dämme gebrochen – nur die Marke macht’s!
So konnten wir bei unserem Besuch in der DR Kongo auch „deutsche Marken“ ausmachen.

Quellen: FAZ Net, Alfons Kaiser; GEO Juli 2009; AfrikaFeed Jan 2009;
Bilder: Hector Mediavilla, Daniele Tamagni, eigene Fotos

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